An vielen staatlichen Hochschulen sind reguläre Studiengänge ohne allgemeine Studiengebühren möglich. Das gilt jedoch nicht ausnahmslos für alle Hochschulen, Programme und internationalen Studierenden. Prüfen Sie Studiengebühren und Semesterbeitrag vor der Bewerbung getrennt.
Zusätzlich zu möglichen Studiengebühren fällt ein hochschulspezifischer Semesterbeitrag an. Ob und welches Nahverkehrsticket enthalten ist, unterscheidet sich. Private Hochschulen und bestimmte weiterbildende Programme verlangen eigene Gebühren. Das Angebot umfasst zahlreiche Hochschulen und Studiengänge. Viele internationale Bewerbungen laufen über uni-assist – die Bearbeitung kostet regelmäßig 75 EUR für den ersten Studienwunsch und 30 EUR für jeden weiteren im selben Semester; abweichende Kostenübernahme ist möglich.
Die aufenthaltsrechtliche Grundlage für das Studium ist §16b des Aufenthaltsgesetzes (§16b AufenthG). Der Finanzierungsnachweis über ein Sperrkonto beträgt für das Studium 2026 grundsätzlich 11.904 EUR pro Jahr. Der 15. Juli und 15. Januar sind häufige Bewerbungstermine, aber keine einheitlichen Fristen für alle Studiengänge.
Eine Bewerbung in der letzten Woche vor Fristende lässt kaum Zeit für fehlende Dokumente. uni-assist empfiehlt mindestens acht Wochen Vorlauf. Beim normalen Verfahren müssen vollständige Unterlagen und Zahlung fristgerecht vorliegen; beim VPD-Verfahren müssen Sie zusätzlich selbst fristgerecht bei der Hochschule einreichen.
- Zulassungsvoraussetzungen für ein Studium in Deutschland
- Bildungsnachweise prüfen: anabin, Hochschule und ZAB
- So funktioniert uni-assist
- Bewerbungsfristen
- Sprachliche Anforderungen für ein Studium in Deutschland
- Studienvisum nach §16b AufenthG: Unterlagen
- Sperrkonto: Betrag, Eröffnung und Anbieter
- Studienkolleg: Wann es nötig ist und wie Sie sich bewerben
- Arbeiten während des Studiums an einer deutschen Hochschule
- Lebenshaltungskosten als Student in Deutschland planen
- Nach der Zulassung: Anmeldung und Aufenthaltstitel
- FAQ
Zulassungsvoraussetzungen für ein Studium in Deutschland
Die Zulassung hängt vom Programm und der Hochschule ab. Wesentliche Punkte sind eine geeignete Vorbildung, der geforderte Sprachnachweis und bei weiterführenden Studiengängen die fachliche Passung; zusätzliche Auswahlkriterien können hinzukommen.
| Kriterium | Bachelorstudium | Masterstudium |
| Bildungsnachweis | Geeignete Hochschulzugangsberechtigung, gegebenenfalls nach Studienkolleg und FSP | Geeigneter erster Hochschulabschluss und die geforderten fachlichen Leistungen |
| Deutschsprachiges Studium | DSH-2, TestDaF 4×4 oder ein anderer ausdrücklich akzeptierter Nachweis; Goethe C1 nicht automatisch ausreichend | Häufig DSH-2 oder TestDaF mit TDN 4 in allen vier Teilen; genaue Vorgaben prüfen |
| Englischsprachiges Studium | Beispiel: IELTS 6,0–6,5 oder TOEFL iBT 80–90; Vorgaben des Studiengangs maßgeblich | Beispiel: IELTS 6,5–7,0 oder TOEFL iBT 90–100; Vorgaben des Studiengangs maßgeblich |
| Prüfung der Bildungsnachweise | Schulabschluss und Vorbildung prüfen; gegebenenfalls Studienkolleg | Hochschulabschluss und fachliche Voraussetzungen nach Hochschulvorgaben prüfen |
| Einreichung | Über uni-assist oder direkt bei der Hochschule, je nach Verfahren | Über uni-assist oder direkt bei der Hochschule, je nach Verfahren |
Ein Schulabschluss aus Russland oder Kasachstan eröffnet nicht automatisch den direkten Hochschulzugang. Entscheidend sind der genaue Abschluss, das Abschlussjahr und gegebenenfalls weitere Studienzeiten. Beginnen Sie mit der Prüfung in anabin ist eine Datenbank der Kultusministerkonferenz mit Informationen über ausländische Bildungssysteme und Qualifikationen. H+ und H− beschreiben den Status einer Hochschule, nicht unmittelbar den Zugang mit einem Schulabschluss. Ob ein Studienkolleg nötig ist, ergibt sich aus der Bewertung der konkreten Vorbildung und den Zulassungsregeln.
Bildungsnachweise prüfen: anabin, Hochschule und ZAB
Der erste Vorbereitungsschritt für ein Studium in Deutschland beginnt mit der Prüfung der Bildungsnachweise in anabin, die Informationen zu ausländischen Bildungssystemen und Abschlüssen enthält. Eine erste Recherche ist hilfreich; die verbindliche Zulassungsprüfung erfolgt jedoch durch die zuständige Hochschule beziehungsweise deren Bewerbungsverfahren.
- anabin.kmk.org öffnen.
- Land, Art des Bildungsnachweises und Bildungseinrichtung auswählen.
- H+ bezeichnet eine anerkannte Hochschule; Abschluss und Zulassungsvoraussetzungen separat prüfen, H bedeutet, dass die Bedingungen des konkreten Datenbankeintrags zu prüfen sind, H- kennzeichnet einen negativen Hochschulstatus; daraus folgt nicht automatisch, dass ein Studienkolleg das Problem löst. Schulische Hochschulzugangsberechtigung und Hochschulabschluss sind getrennt zu bewerten.
- Wenn ein Abschluss oder eine Hochschule nicht eindeutig zugeordnet werden kann, klären Sie das weitere Vorgehen mit der Zulassungsstelle; gegebenenfalls hilft auch die ZAB Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen (ZAB). Eine Zeugnisbewertung ist jedoch nicht automatisch der richtige Nachweis für eine Hochschulbewerbung.
Die ZAB-Zeugnisbewertung beschreibt die Vergleichbarkeit eines ausländischen Hochschulabschlusses. Sie kostet 208 EUR; die reguläre Bearbeitung dauert etwa drei Monate ab vollständigen Unterlagen und Zahlung. Sie ersetzt weder die Zulassungsentscheidung einer Hochschule noch ist sie automatisch bei jeder Masterbewerbung erforderlich. Folgen Sie den Vorgaben von Hochschule oder uni-assist.
So funktioniert uni-assist
Uni-assist unterstützt teilnehmende Hochschulen bei der Bewertung internationaler Studienbewerbungen. Es ist kein gemeinsames Zulassungsportal aller deutschen Hochschulen. Je nach Verfahren wird eine vollständige Bewerbung weitergeleitet oder eine Vorprüfungsdokumentation (VPD) für die anschließende eigene Bewerbung ausgestellt.
| Kriterium | Einzelheiten |
| Kosten | In der Regel 75 EUR für den ersten Studienwunsch, 30 EUR für jeden weiteren im selben Semester; mögliche Kostenübernahme prüfen |
| Bearbeitungszeit | Häufig 4–6 Wochen; frühzeitig beantragen und das VPD-Verfahren gesondert beachten |
| Prüfungsumfang | Formale Bildungsnachweise und die Anforderungen der beteiligten Hochschule |
| Ergebnis | Je nach Verfahren Weiterleitung der Bewerbung oder VPD zur eigenen Bewerbung an der Hochschule; diese entscheidet über die Zulassung |
| Unterlagen | Bildungsnachweise, Notenübersicht, Sprachnachweis und je nach Hochschule weitere Unterlagen wie Motivationsschreiben |
Bei einer Frist am 15. Juli empfiehlt sich ein Vorlauf von mindestens acht Wochen. Eine VPD muss gegebenenfalls zunächst bei uni-assist eingeholt und anschließend mit der eigenen Bewerbung bei der Hochschule eingereicht werden. Andere Hochschulen nehmen Bewerbungen direkt an; maßgeblich ist deren Bereich Bewerbung/Application.
Bewerbungsfristen
Die folgenden Termine sind Beispiele, keine allgemeingültigen Fristen. Studiengang, Abschlussniveau, Staatsangehörigkeit und Bewerbungsverfahren können zu anderen Terminen führen. Verbindlich sind die Angaben der jeweiligen Hochschule.
| Semester | Häufige Bewerbungsfrist; konkrete Hochschule maßgeblich | Empfohlener Vorlauf für uni-assist | Studienbeginn |
| Wintersemester | Häufig 15. Juli; Studiengang prüfen | Mindestens 8 Wochen vor der konkreten Frist einplanen | Meist Oktober; Hochschule prüfen |
| Sommersemester | Häufig 15. Januar; Studiengang prüfen | Mindestens 8 Wochen vor der konkreten Frist einplanen | Meist April; Hochschule prüfen |
| Studienkolleg: Winteraufnahme | Auf der offiziellen Website prüfen | Möglichst mindestens 8 Wochen vor der Frist | Meist Oktober; Hochschule prüfen |
| Studienkolleg: Sommeraufnahme | Auf der offiziellen Website prüfen | Möglichst mindestens 8 Wochen vor der Frist | Meist April; Hochschule prüfen |
Für einzelne Programme, Auswahlverfahren oder Bewerbergruppen gelten abweichende Fristen. Verlassen Sie sich auf die aktuelle offizielle Bewerbungsseite und prüfen Sie auch Nachreichfristen und Aufnahmeprüfungen.
Sprachliche Anforderungen für ein Studium in Deutschland
Für deutschsprachige Studiengänge benötigen Sie einen von der Hochschule akzeptierten Nachweis oder eine anerkannte Befreiung. Die Tabelle nennt Prüfungsbeispiele; insbesondere Goethe C1 ist nicht generell ausreichend. Zulassung zur Prüfung, geforderte Ergebnisse und Gebühren sind beim jeweiligen Anbieter und Studiengang zu prüfen.
| Sprachnachweis | Anbieter | Erforderliches Ergebnis | Kosten |
| TestDaF | TestDaF-Institut | In der Regel TDN 4 in allen vier Prüfungsteilen; TestDaF bildet den Bereich B2–C1 ab | Aktuellen Preis des Prüfungszentrums prüfen |
| DSH | Deutsche Hochschulen | DSH-2 (≥67%) / DSH-3 (≥82%) | Prüfungsgebühr laut Hochschule |
| Goethe-Zertifikat C1 | Goethe-Institut | C1 | 200–300 EUR; unverbindliches Beispiel |
| telc Deutsch C1 Hochschule | telc GmbH | C1 | Prüfungszentrum: aktuellen Tarif prüfen |
Die DSH wird von entsprechend registrierten Hochschulen und Einrichtungen angeboten; deren Zulassung zur Prüfung ist gesondert zu prüfen. TestDaF und Goethe-Prüfungen können unabhängig abgelegt werden. Goethe C1 wird nicht allgemein von allen Hochschulen akzeptiert; Goethe C2 ist ein anerkannter Nachweis nach den einschlägigen Regeln. Für englischsprachige Programme bestimmen die Hochschulen die erforderlichen IELTS- oder TOEFL-Ergebnisse. Internationale Programme finden Sie hier: daad.de.
Studienvisum nach §16b AufenthG: Unterlagen
Die Rechtsgrundlage für den Studienaufenthalt ist §16b des Aufenthaltsgesetzes (§16b AufenthG) regelt den Aufenthalt zu Studienzwecken. Soweit visumpflichtig, beantragen Sie vor der Einreise ein nationales Visum bei der zuständigen deutschen Auslandsvertretung. Prüfen Sie deren Verfahren und Termine frühzeitig; Zulassung, Finanzierungsnachweis und weitere Unterlagen müssen zum vorgesehenen Verfahrensschritt vorliegen.
Für das Visum werden regelmäßig folgende Nachweise verlangt:
- Zulassungsbescheid ist die Zulassungsmitteilung der Hochschule beziehungsweise des Studienkollegs. Je nach Aufenthaltszweck können auch bedingte Zulassung oder ein anderer gesetzlicher Bewerberweg relevant sein; die Aussage, ohne Zulassung sei jedes Studienbewerbervisum ausgeschlossen, wäre zu pauschal.
- Sperrkonto-Bescheinigung weist beim üblichen Studiennachweis 2026 ein Guthaben von 11.904 EUR für zwölf Monate nach. Andere zulässige Finanzierungsnachweise, etwa Stipendium oder Verpflichtungserklärung, sind mit der Auslandsvertretung zu klären.
- Bildungsnachweise mit den von Hochschule und Auslandsvertretung verlangten Übersetzungen und gegebenenfalls Beglaubigungen.
- Der vom Studiengang akzeptierte Sprachnachweis, etwa TestDaF, DSH oder ein anerkannter gleichwertiger Nachweis; für Englisch gegebenenfalls IELTS oder TOEFL.
- Für Einreise und Studienaufenthalt ausreichender Krankenversicherungsschutz. Eine Reisepolice mit lediglich 30.000 EUR Deckung ist nicht automatisch für den gesamten nationalen Aufenthalt geeignet.
- Biometrisches Foto und ausgefüllter Visumantrag nach den aktuellen Vorgaben.
Die Gebühr für ein nationales Visum beträgt für Erwachsene grundsätzlich 75 EUR; Ausnahmen und Ermäßigungen sind möglich. Bearbeitungszeiten hängen von Auslandsvertretung und Einzelfall ab. Eine pauschale Frist von vier bis zwölf Wochen ist keine Zusage.
Sperrkonto: Betrag, Eröffnung und Anbieter
Ein Sperrkonto ist eine Möglichkeit, die Finanzierung gegenüber der Auslandsvertretung nachzuweisen. Das Guthaben bleibt Ihr Eigentum, die Verfügung ist aber begrenzt. Nach der erforderlichen Aktivierung werden die vorgesehenen Monatsbeträge ausgezahlt; Voraussetzungen und Bearbeitungszeiten bestimmt der Anbieter. Für das Studium beträgt der übliche Jahresnachweis 2026 11.904 EUR (992 EUR × 12 Monate). Die aufenthaltsrechtliche Bedarfsermittlung orientiert sich an den BAföG-Bedarfssätzen; §13 ist eine der einschlägigen Vorschriften (§13 BAföG).
| Anbieter | Kontogebühren | Dauer | Besonderheiten |
| Fintiba (fintiba.com) | Eröffnungs- und laufende Gebühren nach aktuellem Tarif | Abhängig von Identifizierung, Prüfung und Geldeingang | Staatsangehörigkeit, Wohnsitz und Überweisungsweg individuell prüfen lassen |
| Coracle (coracle.de) | Aktuellen Tarif und mögliche Paketbedingungen prüfen | Abhängig von Identifizierung, Prüfung und Geldeingang | Staatsangehörigkeit, Wohnsitz und Überweisungsweg individuell prüfen lassen |
| Deutsche Bank | Gebühren und Möglichkeit eines Neuabschlusses prüfen | Eröffnungsverfahren direkt bei der Bank klären | Aktuelle Produktverfügbarkeit direkt bei der Bank klären |
| Expatrio (expatrio.com) | Eröffnungs- und laufende Gebühren nach aktuellem Tarif | Abhängig von Identifizierung, Prüfung und Geldeingang | Annahme des konkreten Falls vor Zahlung bestätigen lassen |
Verfügbarkeit und Konditionen hängen unter anderem von Staatsangehörigkeit, Wohnsitz, Bankverbindung und Compliance-Prüfung ab. Lassen Sie die Annahme Ihres Falls vor Zahlung bestätigen. Die Gebühren im Ausgangsartikel waren nicht mehr durchgehend aktuell: Fintiba nennt für neue Konten seit November 2025 159 EUR Eröffnung und 9,90 EUR monatlich. Prüfen Sie vor Vertragsabschluss stets das aktuelle Preisverzeichnis des gewählten Anbieters.
Studienkolleg: Wann es nötig ist und wie Sie sich bewerben
Ein Studienkolleg bereitet Bewerber vor, deren Bildungsnachweis keinen direkten Hochschulzugang eröffnet. Häufig dauert es zwei Semester und endet mit der Feststellungsprüfung (FSP). Deren Bestehen eröffnet den fachgebundenen Hochschulzugang, garantiert aber keinen Studienplatz. Staatliche Angebote sind häufig ohne Studiengebühren; Semesterbeiträge und mögliche Sondergebühren sind gesondert zu prüfen.
Der Schwerpunkt richtet sich nach dem geplanten Studienfach; Angebot und Bezeichnungen können je nach Studienkolleg variieren:
| Schwerpunkt | Zielrichtungen | Fächer |
| T-Kurs: Technik und Naturwissenschaften | Ingenieurwissenschaften, Mathematik, Physik und Informatik | Mathematik, Physik, Chemie und Deutsch |
| W-Kurs: Wirtschaftswissenschaften | Wirtschaft, Betriebswirtschaft und Recht | Mathematik, Wirtschaft und Deutsch |
| M-Kurs: Medizin und Biowissenschaften | Medizin, Biologie und Pharmazie | Biologie, Chemie und Deutsch |
| G-Kurs: Geisteswissenschaften | Geschichte, Philosophie und Pädagogik | Geschichte, Deutsch und Sozialwissenschaften |
| S-Kurs: Sprachwissenschaften | Sprachwissenschaft und Übersetzen | Deutsch und eine weitere Fremdsprache |
Studienkollegs und Hinweise zu Angeboten und Bewerbungsfristen: studienkollegs.de. Häufig wird für die Bewerbung B1 oder B2 verlangt; Aufnahmeprüfung, Wiederholungsmöglichkeiten und Anerkennung der FSP richten sich nach dem jeweiligen Studienkolleg und den Landesregeln. Eine allgemeine zweijährige Gültigkeitsgrenze lässt sich daraus nicht ableiten.
Arbeiten während des Studiums an einer deutschen Hochschule
§16b erlaubt grundsätzlich 140 volle beziehungsweise 280 halbe Arbeitstage jährlich, mit den gesetzlichen Zählregeln einschließlich einer Wochenanrechnung. Die sozialversicherungsrechtliche 20-Stunden-Regel ist davon zu unterscheiden. Häufige Beschäftigungsformen sind:
- Minijob hat 2026 eine regelmäßige monatliche Verdienstgrenze von 603 EUR. Die steuerliche Behandlung und insbesondere die Rentenversicherungspflicht beziehungsweise Befreiung sind gesondert zu klären; ein Minijob ersetzt keine Krankenversicherung.
- Werkstudent ist eine Beschäftigung neben einem überwiegenden Studium. Für das Werkstudentenprivileg gilt häufig die 20-Stunden-Regel mit Ausnahmen; Rentenversicherung und eigene Krankenversicherung bleiben zu beachten. Aufenthaltsrechtliche Arbeitsgrenzen gelten zusätzlich.
- Pflichtpraktikum kann bei vorgeschriebener Einbindung in das Studium anders behandelt werden als freiwillige Praktika. Lassen Sie die konkrete Anrechnung vor Beginn bestätigen.
Eine Überschreitung der erlaubten Beschäftigung kann gegen den Aufenthaltstitel verstoßen. Dokumentieren Sie Arbeitszeiten und Beschäftigungsarten mit dem Arbeitgeber und klären Sie Zweifelsfälle vorab mit der Ausländerbehörde. Verlassen Sie sich nicht auf eine automatische zentrale Erfassung durch die Bundesagentur für Arbeit.
Lebenshaltungskosten als Student in Deutschland planen
Beim üblichen Sperrkontonachweis stehen 992 EUR monatlich zur Verfügung. Das ist ein aufenthaltsrechtlicher Nachweisbetrag, keine Zusage, dass er sämtliche Kosten deckt. Die folgenden Beträge sind vereinfachte Beispiele aus dem Ausgangsartikel, keine aktuellen städtischen Durchschnittswerte; Miete, Versicherung, Kaution, Semesterbeitrag und persönliche Ausgaben sind individuell zu kalkulieren.
| Ausgabenposten | Berlin / München: Planungsbeispiele | Dresden / Leipzig: Planungsbeispiele | Hinweis |
| Zimmer im Studierendenwohnheim | 350–600 EUR als Wohnheimbeispiel, keine Verfügbarkeitszusage | 200–350 EUR als günstiges Wohnheimbeispiel, keine Verfügbarkeitszusage | Studierendenwohnheim; Angebot und Warteliste prüfen |
| Lebensmittel | 200–300 EUR; unverbindliches Beispiel | 150–250 EUR als Planungsbeispiel | Mensa-Preise unterscheiden sich nach Ort, Gericht und Studierendenstatus |
| Nahverkehr | Gegebenenfalls über den Semesterbeitrag finanziert | Gegebenenfalls über den Semesterbeitrag finanziert | Ob ein Ticket enthalten ist und welchen Geltungsbereich es hat, prüfen |
| Krankenversicherung | Individueller Beitrag einschließlich Pflegeversicherung | Individueller Beitrag einschließlich Pflegeversicherung | Gesetzliche Krankenkassen wie TK, AOK oder Barmer; individuellen Beitrag prüfen |
| Monatliches Gesamtbudget individuell berechnen | Nicht pauschal 750–1.100 EUR ansetzen; vollständiges eigenes Budget erstellen | Nicht pauschal 550–800 EUR ansetzen; vollständiges eigenes Budget erstellen | – |
Auch in günstigeren Städten ist nicht garantiert, dass der Sperrkontobetrag alle Ausgaben deckt. Planen Sie eine Reserve; ein späterer Nebenjob ist weder sicher noch automatisch ausreichender Finanzierungsnachweis. Wohnheime werden häufig von Studierendenwerken betrieben. Bewerben Sie sich nach deren Regeln frühzeitig, da die Wartezeiten erheblich sein können.
Nach der Zulassung: Anmeldung und Aufenthaltstitel
Nach der Einreise folgen Anmeldung, Versicherungsnachweis, Aufenthaltstitel und Immatrikulation. Einige Schritte können parallel vorbereitet werden; die konkreten Fristen und erforderlichen Nachweise sind getrennt zu prüfen.
- Anmeldung beim Bürgeramt grundsätzlich innerhalb von zwei Wochen nach Einzug erledigen. Erforderlich sind insbesondere Identitätsdokument und Wohnungsgeberbestätigung; ein Mietvertrag allein reicht nicht. Konto und Versicherung können je nach Anbieter bereits vorher vorbereitet werden.
- Krankenversicherung muss zum Studien- und Versicherungsstatus passen. Gesetzliche Kassen wie TK, AOK oder Barmer bieten bei Vorliegen der Voraussetzungen studentische Beiträge; der Betrag hängt unter anderem von Kasse, Alter und Pflegeversicherung ab. Für die Immatrikulation ist die vorgeschriebene Meldung des Versicherungsstatus erforderlich. Mehr dazu: Versicherung in Deutschland.
- Aufenthaltserlaubnis rechtzeitig vor Ablauf des Visums bei der Ausländerbehörde beantragen. Die Fortgeltung nach §81 setzt insbesondere einen rechtzeitigen Antrag voraus; die bloße Terminbuchung oder das Warten auf einen Termin genügt nicht automatisch. Antragseingang und gegebenenfalls Fiktionsbescheinigung dokumentieren.
- Einschreibung bedeutet die Immatrikulation an der Hochschule: Zulassungsunterlagen, Versicherungsstatus und Semesterbeitrag nach deren Vorgaben nachweisen.
Beginnen Sie die Wohnungssuche früh, planen Sie aber auch Versicherung und Immatrikulation parallel. Krankenversicherungsnachweise lassen sich häufig vor der Anmeldung vorbereiten. Welche Dokumente wann benötigt werden, hängt von Hochschule, Versicherer und Behörde ab; eine starre Reihenfolge für alle Fälle gibt es nicht.
Relocation DE: Unsere Unterstützung
Studium und Umzug nach Deutschland müssen gemeinsam geplant werden. Fehlende Unterlagen, Finanzierung oder verspätete Visumtermine können den Studienbeginn verschieben; die Folgen hängen vom konkreten Studiengang ab. Relocation DE begleitet die organisatorische Vorbereitung von Bewerbung und Umzug. Weitere Informationen: Studieren in Deutschland.
- Wir prüfen die Bildungsnachweise und klären mit den Zulassungsvorgaben, ob ein direkter Zugang oder ein Studienkolleg infrage kommt.
- Wir helfen bei der Auswahl passender Hochschulen und Programme nach Fachrichtung und Sprachstand.
- Wir organisieren erforderliche Übersetzungen durch entsprechend befugte Übersetzer.
- Wir unterstützen bei Sperrkonto, Visumunterlagen und der Vorbereitung des Konsulatstermins.
- Nach der Einreise unterstützen wir bei Anmeldung, Versicherung, Aufenthaltstitel und Immatrikulation.
Anfrage senden und lassen Sie uns Ihre nächsten Schritte planen.
FAQ
Viele staatliche Hochschulen erheben für reguläre Studiengänge keine allgemeinen Studiengebühren. Ausnahmen bestehen unter anderem für bestimmte Nicht-EU-Studierende in Baden-Württemberg und an einzelnen bayerischen Hochschulen sowie für bestimmte Programme. Hinzu kommt der Semesterbeitrag; ein Nahverkehrsticket ist nicht überall automatisch enthalten. Private Hochschulen legen eigene Gebühren fest. Prüfen Sie die konkrete Gebührenordnung.
Das hängt vom konkreten Schulabschluss, Abschlussjahr und gegebenenfalls bisherigen Hochschulstudium ab. anabin und die Zulassungshinweise geben Orientierung; die Hochschule entscheidet. Ein russischer Hochschulabschluss kann für einen Master geeignet sein, muss aber die fachlichen, sprachlichen und formalen Anforderungen des Programms erfüllen.
Ja, bei einem vollständig englischsprachigen Studiengang kann ein deutscher Sprachnachweis entfallen. Erforderliche Englischtests, Punktzahlen und etwaige zusätzliche Deutschkenntnisse legt die Hochschule fest. Besonders im Masterbereich gibt es zahlreiche internationale Angebote: daad.de.
Ist die Hochschulfrist der 15. Juli, planen Sie die uni-assist-Bewerbung möglichst mindestens acht Wochen vorher. Sprachprüfung, Übersetzungen und gegebenenfalls Apostille benötigen zusätzlichen Vorlauf. Beim VPD-Verfahren muss auch die direkte Bewerbung an der Hochschule rechtzeitig erfolgen.
Nach §16b gelten grundsätzlich 140 volle beziehungsweise 280 halbe Arbeitstage pro Jahr mit den gesetzlichen Anrechnungsregeln; auch eine wochenbezogene Anrechnung bei bis zu 20 Stunden ist vorgesehen. Studentische Nebentätigkeiten können ausgenommen sein. Die Minijob-Grenze beträgt 2026 monatlich 603 EUR; das bedeutet nicht pauschal Steuer- und Beitragsfreiheit.